Mittwoch, 15. Februar 2012

Die Geschichte einer Familie



Wenn Vergangenheit Geschichte ist - Eine Familiengeschichte, eingebettet in die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts

Die überarbeitete Fassung als e-book im neuen Gewand




Der Klappentext


Hanna Elisa fliegt gemeinsam mit ihrem Mann in den Mittleren Osten, um ihre Tochter und das neugeborene Enkelkind zu besuchen. Auf dem langen Flug führen die Gedanken sie in eine Zeit, die sie nur aus Erzählungen ihres Vaters und ihres Großvaters kennt, verfangen sich in den unruhigen Zeiten ihres eigenen Beginns.
Es begann alles auf einer Hochzeit, als die fröhliche Lilli dem Marinesoldaten Hardy begegnete, der einst ausgesandt wurde die Welt zu erobern. Der ehemalige U-Boot Funker Hardy, Sohn eines Bergarbeiters oft nur knapp dem Tod auf den Weltmeeren entronnen und Lilli, ein unbekümmertes rheinisches Mädchen, planten voller Zuversicht ihre gemeinsame Zukunft. Tatkraft und Ideenreichtum, Optimismus und Humor prägten ihre Taten, die sie auch die schwierigsten Zeiten überstehen lässt. Hanna Elisa erlebte zwei Welten. Da war Lillis Familie, angeführt von Jakob, dessen hohes Ansehen im Dorf ihn zum Berater der Unsicheren machte. Von ihm lernte Hanna Elisa schon früh, sich einzumischen und die streng katholische Großmutter, die dem Kind nicht erlaubte am Morgen vor dem Beten zu singen. Im Ruhrgebiet lebten Hardys Eltern, unpolitisch und nicht nur zu Jakobs Entsetzen waren sie einst Befürworter Hitlers Politik. Erst als die Auswirkung des Krieges auch ihre Familie erreichte entstanden Zweifel.  Hier erlebte Hanna Elisa Urlaubstage ohne Fesseln, Zusammentreffen der Nachbarschaft auf der Bank unter dem Fliederbaum, gemeinsames Musizieren, Toleranz  -  aber auch das Auseinandergehen der langjährigen Gemeinschaften, als der Fernseher seinen Siegeszug antrat.




Leseprobe

Frühling 1997

An manchen Tagen zweifelt Hanna Elisa, ob es ratsam ist in den alten Fotos zu kramen. Oft schmerzte es, die so weit von ihr entfernt lebenden, so nah zu sehen. Das aufgeschlagene Fotoalbum liegt vor ihr auf der Erde und versonnen betrachtet sie die Bilder des Sommers vor einem Jahr und denkt daran, wie sie ihrem Enkel die Bilder der eigenen Kindheit zeigte. Verwundert hatte er sie beim Anblick der Fotos angeschaut ungläubig gefragt,
„Das kleine lockige Mädchen bist du? Nein Oma, das ist nur der Beginn einer neuen Geschichte!“
„Nein, nein, mein Schatz, das ist die Wirklichkeit. Alle Menschen kommen klein zur Welt, werden Jahr für Jahr größer bis sie erwachsen sind und sie sind so unterschiedlich wie die Steine, die wir vor wenigen Tagen zusammen am Strand sammelten. Manche werden dick und klein, andere dünn und groß,  vielleicht auch groß und dick, und denke nur an den Blumenverkäufer in Avila, dann weißt du, kleine dünne Menschen gibt es auch. Einige Menschen sind fröhlich, andere ernst. Es gibt die lieben und die bösen, denen man am besten aus dem Weg geht und die herzensguten, von deren Seite niemand weichen will, weil sich jeder in ihrer Nähe so geborgen fühlt. Da sind noch die stillen Menschen und die, die ständig reden, obwohl sie nichts zu sagen haben und die ignoranten, die tollpatschigen und die geschickten. Nur eins trifft auf jeden Menschen zu, er ist einzigartig und auch dich Noah gibt es nur einmal auf der Erde“.
  Andächtig hörte der Kleine ihr zu, in jeder Hand ein kleines Auto, mit denen er über riesige Phantasiestraßen um sie herum fuhr, immer wieder einen Blick auf ihre Fotos werfend und sie blickte abwechselnd auf das spielende Kind und auf das Foto in ihrem Album.
  Sie sah sich auf der Wiese am Hang sitzen, kleine Blumen in der Hand, fühlte sich in den längst vergessen geglaubten Frühlingstag zurück versetzt. Fragte sich, was davon bin noch ich, -  beeinflussen Erinnerungen und Erfahrungen aus dieser Zeit, in der mir nur Liebe und Zuverlässigkeit begegnete, noch meine heutigen Handlungen?
Zur Zeit der Baumblüte, von der das Foto erzählte, war sie achtzehn Monate alt, einer rundlichen pausbäckigen Puppe ähnlich.  Wie anders sahen die Erwachsenen aus, eingefallene Wangen, schlotternde Anzüge und zu weite Kleider an ausgemergelten Körpern und selbst das glückliche Lachen über die wieder erlangte Freiheit, das Zusammentreffen der Familie an einem herrlichen Frühlingstag, verdrängte die Panik und die Angst über das in der Vergangenheit erlebte nicht aus ihren Augen. 
Der Zeit entsprechend war das Bild schwarzweiß. Verblüfft sah Noah sie an,
„Oma wo hast du die Farben verloren?“
„Nein mein Kind, ich habe sie nicht verloren, sie sind alle noch in meinem Kopf“.
  Unzählige Male besuchte sie bis in die ersten Jahre ihrer Ehe diese Wiese zur Zeit der Obstblüte und sie schilderte dem blonden Jungen an ihrer Seite die Farbenvielfalt, die das kleine Mädchen Jahr für Jahr verzauberte.  Die von ihrer Mutter bereits vor ihrer Geburt gestrickten, mit kleinen bunten Blumen bestickten weißen Wolljacke, den blauen weiten Rock, aus einer alten Marineuniform ihres Vaters genäht, Vorkriegsware, konnte sie sich mit den Geschichten ihrer Entstehung gut ins Gedächtnis rufen. Nachdem sie aus diesen Sachen heraus gewachsen war, wurden sie noch Jahre später von ihren Cousinen getragen. Sie liebte diese Wiese, und beim Blättern in den Fotos schien es ihr, der Duft der Frühlingstage hüllte sie immer noch ein, begleitete sie bis in die Gegenwart, um sie vor den unechten synthetischen Gerüchen einer egoistischen, verlogenen, doppelzüngigen, nur den lauten Äußerlichkeiten, Effekten und Schlagzeilen hinterher jagenden Meute zu schützen, und für einen kostbaren Augenblick verdrängte der zarte Frühlingsduft aus glücklichen Kindertagen die kalte übel riechende Aura der Menschen aus ihrer Nähe, die ohne Rücksicht auf das Erhaltenswerte nur an ihrem Profit interessiert waren, die Stunde für Stunde mehr Raum in der Gesellschaft einnahmen, das Tagesgeschäft bestimmten.
Sie liebte die Frühlingsblumen, die Kirschbäume, den kleinen Bach und das Gefühl der Freiheit, dass sie auch später bei der Erinnerung an diese Ausflüge stets empfand. Das Versprechen wieder kommen zu dürfen, wenn das erste Obst reif war, schenkte ihr Sicherheit und sie sah sich hinter den Erwachsenen den Berg hinauf hüpfen, die mit Leitern und Körben beladen auf dem schmalen steilen Patt liefen, erinnerte sich, wie sie sich wieder und wieder umschaute, ihren Großvater Jakob nachahmend, der oft stehen blieb, um zu verschnaufen und unentwegt feststellte, es gäbe keine schönere Aussicht auf der Welt, als von hier auf den Rhein zu schauen, auf das Siebengebirge mit dem Drachenfels.
„Nirgendwo auf der Welt ist die Landschaft so großartig, nirgendwo ist das Obst so saftig und süß, der Kohl so dick und fest, der Spargel so zart. Ein Segen ist es, dass wir all diese Köstlichkeiten ernten können“. Hanna Elisa glaubte ihm. Denn Jakob  gehörte zu den Erwachsenen, zu denen man als Kind absolutes Vertrauen haben konnte, der alle ihre Fragen beantwortete und der sie mit seinem Tod zum ersten Mal enttäuschte. Als Jakob starb, war Hanna Elisa vierzehn Jahre alt und bereits im Augenblick seines Todes spürte sie, dass er ihr fehlen würde, sein Verständnis, seine Geschichten und sein Weitblick, über den sie sich im nach hinein wunderte. Schließlich war er kaum aus seinem rheinischen Dorf heraus gekommen. Allerdings hatte er seit seinem vierzehnten Lebensjahr für die Reichsbahn, später Bundesbahn, gearbeitet, hatte in der Rotte angefangen und sich zum Stellwerksleiter hochgearbeitet, und wenn sie heute darüber nachdachte, über all die  Züge, denen er hinterher sehen durfte, mit ihnen seinen Gedanken freien Lauf lassen konnte, war sie  überzeugt, dass ihm diese Arbeit half über den dörflichen Rahmen, in dem er lebte und sich verwurzelt fühlte, hinaus zu denken.
Entschlossen schlug Hanna Elisa das Fotoalbum zu. Aber es gelang ihr nicht in die Gegenwart zurückzukehren. Versonnen blieb sie auf dem Teppich sitzen. Fünf Jahre war es her, dass ihre Tochter Laura das Elternhaus verlassen hatte, um ihren Lebensmittelpunkt in den Mittleren Osten zu verlegen und sieben Monate waren bereits vergangen, dass sie mit Simon und den Kindern durch Felder und Wiesen streiften und während sie auf ihren täglichen Spaziergängen Laura und dem Kind aus den längst vergangenen Tagen erzählte, die sie auch nur durch die unerschöpflichen Geschichten ihres Großvaters kennen gelernt hatte, glaubte sie Jakobs Nähe und seine beschützende Aura zu spüren. Ihr  Herz schlug höher, wenn sie daran dachte, dass Laura den alten Brauch  des Geschichtenerzählens in der Familie weiterführte. Als sie Sven nach Bahrain folgte, Verantwortung für Kinder, Haus und Garten übernahm und in der traditionellen Rolle der Frau lebte, erkannte sie, egal in welches Land der Erde, in welche Kultur, sie durch Svens Beruf noch verschlagen würde, nichts war wichtiger, als den Kindern ein zuverlässiger Ruhepunkt in einem unruhigen Leben zu sein. Diese Einstellung gab ihr die Geduld auf den Zeitpunkt zu warten, an dem die Kinder beginnen würden eigene Wege zu gehen und sie nutzte ihre Kreativität und ihre Talente im häuslichen Bereich, erfand nicht nur zu Noahs Vergnügen phantasievolle Geschichten und originelle Spiele. Nie gingen ihr die Einfälle aus, die alle zum Lachen brachten und vergessen ließen, das man den Pool, den Spielplatz und das Meer, die vor der Haustür lagen, an den unerträglichen Tagen der heißen trockenen Wüstenwinde, die aus Saudi Arabien kamen, nur vom Fenster aus betrachten konnte. In Lauras Obhut verwandelte sich der Tag in einen Traum für Zaubergestalten und alle die ihr zuhörten vergaßen mit Hilfe ihrer Worte Raum und Wirklichkeit und die gut funktionierende Klimaanlage ließ die Besucher die barbarische Hitze, die auch nachts nicht von der Insel wich, unwirklich erscheinen. Es war ihnen bereits entfallen, dass sie erst vor wenigen Stunden bei ihrer Ankunft darüber klagten, das die Hitze und die Luftfeuchtigkeit ihnen fast den Atem nahm. Und während sie am Fenster standen, über das Meer blickten und Lauras Geschichten lauschten, glaubten sie dem unermüdlichen Wind, der verführerisch mit leichtem Säuseln durch die mächtigen Kronen der Palmen wehte, dass er die ersehnte Abkühlung bringen würde. Wenn ein Besucher die Terrassentür öffnete, einen Schritt auf den Rasen trat, um die kühle frische Luft zu spüren, die er durch das Fenster wahrgenommen hatte und statt einmal tief durchzuatmen, erschrocken ins Haus zurück eilte, lachte Laura und während der Besucher seine Arme in dem Glauben betrachtete, entstellende Verbrennungen zu sehen, erzählte sie, dass sie im ersten Jahr ihres Hier seins  zu oft auf die Verführungskünste des Windes hereingefallen sei. Sie verschwieg, dass sie an manchen Tagen Tränen überströmt wieder ins Haus gerannt war, von Sehnsucht nach einem kühlen deutschen Sommer erfüllt. Und der Wind zog ohne Erbarmen weiter über die märchenhafte Insel. Statt Kühle zu bringen, trocknete er in kurzer Zeit die zarten Blüten der Bäume und Sträucher aus, raubte das letzte Tröpfchen Wasser, das sich in einer Baumrinde verborgen hielt und versteckte die Farben der Insel unter einem Schleier aus heißem Sand.








In den Trümmern von Remagen aufgewachsen habe ich mir seit  frühester Kindheit Gedanken zum Krieg gemacht, ob von Staatshäuptern oder Industriellen ausgehend, ob der Krieg sich gegen den Menschen richtet oder gegen die Natur. (die letztendlich immer beide betroffen sind) Die Entwicklung der Waffen spricht nicht von Intelligenz sondern von Verblendung und Selbstverliebtheit. 

Mein Fazit, kein Krieg ohne Religion, Gier, Dummheit, Kurzsichtigkeit, Überheblichkeit. Kein Krieg ohne die Denkweise der Krupps, Thyssen und Quandts.... Auf allen Kontinenten unserer Erde fehlt Geld für Bildung und Nahrung, aber nirgendwo für Waffen. Still und leise wurde während der letzten Fußballweltmeisterschaft die Luftwaffe der Bundeswehr für Milliarden aufgerüstet, vor wenigen Wochen wurden wieder Milliardenbeträge bewilligt. Sind wir bereit wieder zu töten? 
Leid über die Menschheit zu bringen?

Wo bleibt der Aufschrei des Volkes??

Und gleichzeitig wachsen in unserem reichen Land Kinder in Armut auf, hungern, Bildung bleibt ihnen versagt, kein Geld für Kita und Ganztagsschulen. (Ein gebildetes Volk ist nicht manipulierbar) Die unteren Einkommengruppen werden von unseren Machthabern immer höher belastet, läßt die Reichen noch reicher werden. 

Es ist Zeit aufzustehen, aber wer beginnt?




Freitag, 29. Oktober 2010

Mein Wunsch, dass auch meine Nachkommen zur Zeit der Kirschbaumblüte durch hohe Wiesen, in denen Frühlingsblumen ihre Duft versprühen, tollen können und sie nicht in einer überdüngten Einheitslandschaft aufwachsen.


Auszug aus einer Veröffentlichung von Campact vom 28.10.2010




Am 28.10. hat der Bundestag mit den Stimmen von Union und FDP der Änderung des Atomgesetzes zugestimmt. Weitere drei Jahrzehnte sollen wir dem tödlichen Risiko durch die alternden Reaktoren ausgesetzt werden. Laut Grundgesetz müsste jetzt der Bundesrat über diese Gesetzesänderung entscheiden. Doch weil Schwarz-Gelb in der Länderkammer keine Mehrheit für die Laufzeitverlängerungen findet, plant sie den kalkulierten Verfassungsbruch: Der Bundesrat soll einfach übergangen werden.


Ob die Regierung damit durchkommt, hängt von Bundespräsident Christian Wulff ab, denn ohne seine Unterschrift kann das neue Atomgesetz nicht in Kraft treten. Als niedersächsischer Ministerpräsident vertrat er selbst die Auffassung, dass längere Laufzeiten die Zustimmung des Bundesrats brauchen. Voraussichtlich Anfang Dezember wird sich zeigen, ob er den Verfassungsbruch vollzieht - oder seiner Aufgabe als Hüter des Grundgesetzes gerecht wird.
Die meisten namhaften Verfassungsrechtler/innen sehen in der Umgehung des Bundesrats einen Verfassungsbruch: Längere Laufzeiten belasten die Bundesländer mit zusätzlichen Aufsichtspflichten und steigern das Haftungsrisiko im Fall eines Atomunfalls. Deshalb müssen sie nach Artikel 87c des Grundgesetzes mit entscheiden. Etliche Länder haben angekündigt, gegen die Umgehung des Bundesrates vor dem Verfassungsgericht zu klagen.


Schon mehrfach haben Christian Wulffs Vorgänger Gesetze wegen verfassungsrechtlicher Zweifel gestoppt. Jetzt muss Herr Wulff ebenso mutig agieren und seine Unterschrift verweigern, bis in Karlsruhe über eine Beteiligung des Bundesrates am Atomgesetz entschieden wurde.

Donnerstag, 9. Juli 2009

Wie können Menschen aus reiner Profitgier die Erde gefährden? Selbst für das beste Futter aller Zeiten bleibe ich Gegner der Atomkraftwerke

und schreie meine Meinung in alle Welte hinaus, jeder alte Reaktor muss sofort vom Netz.






und im Gegensatz zu den Politikern, die die Atomkraft befürworten, weiß ich, was Hunger bedeutet. Denn nicht immer hatte ich ein so schönes zu Hause wie jetzt, bin durch Felder, Straßengräben und Wohnsiedlungen gestrichen und habe mich von Mäusen und Abfällen ernährt. Trotzdem würde ich mich nie, nie, niemals bestechen lassen, meine Meinung zu ändern.

Mittwoch, 8. April 2009

Mehr vom Schneckentöter und anderem Wahnsinn - aber erst einmal Kater Enzos Gedanken zu dem Atomkraftwerk-Unglück von Tschernobyl vor 25 Jahren






Jetzt gedenken viele Menschen wieder dem furchtbaren Unglück in Tschernobyl. Es ist jetzt fünfundzwanzig Jahre her, dass das Atomkraftwerk seine radioaktiven Strahlen auch nach Europa schickte, obwohl es weit weg von uns gebaut wurde. Immer noch sind so viele Werke aktiv und es gibt sogar die Unverbesserlichen die nach neuen Atomkraft-Werken schreien. Im Zusammenhang mit der Finanzkrise, der Klimaerwärmung und der Weltwirtschaftskrise sehen die ewig Gestrigen ihre Stunde gekommen endlich einmal in der Öffentlichkeit zu Wort zu kommen. Ich bin ja noch ein junger Kater, aber das weiß ich genau, wenn Renate mich mit nimmt, gehe ich auf die Demonstrationen gegen Atomkraft mit. Sie versteht nicht, wie man die vielen kranken Kinder im Umfeld von Krümel ignorieren kann, andere Zusammenhänge sucht oder an den Zufall glaubt. Wie dumm und ignorant sind die satten, dem Kapitalismus verfallenen Befürworter solch einer Technologie. In unserer Nähe ist das bereits stillgelegte Atomkraftwerk Hamm. Die Technologie bekam niemand so wirklich in den Griff, aber in unserer Stadt, vierzig Kilometer davon entfernt, regte sich kein Anwohnern darüber auf. Aber heute, wenn die Landwirte Windräder aufstellen wollen, Solaranlagen auf ihre Scheunendächer installieren oder BIOgasanlagen planen, dann ist die Aufregung groß. Dann sehen alle ihre schöne Landschaft verschandelt, fürchten das Geräusch des Windes, den Schatten der Windräder oder haben Angst von den Solaranlagen bei den Spaziergängen durch unsere industriell betriebenen Landwirtschaft, die an den Wirtschaftswegen keinen Baum, kaum einen Strauch und keine Feldblumen wachsen lässt, ´geblendet zu werden. Radioktivität riecht nicht, schmeckt nicht und macht keinen Lärm, haben deshalb diese Menschen nichts dagegen? Oder glauben sie den Lobbyisten? Energie gehört verstaatlicht, sagen unsere Freunde - und dann bestimmt angela merkel - nein danke, sagt Kater Enzo dazu.

www.naturundkatzenhaus.de

Gabriel stellt den Gästen aus Polsum und Gelsenkirchen die neue Liebe vor

Am ersten Adventsonntag des Jahres 1950 versammelten sich in Lillis und Hardys Küche Max, Anna und Wilma mit ihren beiden Kindern, um Hanna Elisas vierten Geburtstag zu feiern. Gelangweilt, den Erwachsenen bei ihren Gesprächen über Remagen und Gelsenkirchen, Bertlich und Polsum, Marl und Rolandseck, das Siebengebirge oder der Gelsenkirchener Zoo, wo es denn am schönsten wäre, zuhörend, saßen die Kinder am Kaffeetisch, als Gabriel eintraf und unter lautem Hallo seine neue Liebe vorstellte. Nachdem Lotti von allen Anwesenden ausgiebig gemustert, befragt und als akzeptabel befunden wurde fand die Gesellschaft wieder zu den Themen zurück, mit den sie sich vor Gabriels Eintreffen beschäftigte. Hanna Elisa hoffte, die Großen würden das Kuchenessen bald beenden und sich den Kinderspielen zuwenden und nicht bis in alle Ewigkeit über Vorkommnisse schwadronieren die sie langweilten. Wenn sie wenigstens aufstehen und mit Bernd und der kleinen Sybille spielen dürfte, aber nein, an einem Tag wie heute herrschten strenge Regeln und jeder erwartete von dem Geburtstagskind, dass es am Tisch sitzen blieb, denn schließlich waren alle eigens zu ihrer Feier angereist. Hanna vermisste Jakob und Sophia und wollte von dem ihr gegenüber sitzenden Max wissen, warum kommen die Königsfelds nicht zu meinem Geburtstag? Und setzte mit dieser Frage eine Diskussion in Gang, die sie aufmerksam verfolgte, denn hier wurde über eine Angelegenheit gesprochen, die auch ihr Leben berührte und nachdem die Gemüter sich beruhigt hatten und alle zu dem Schluss kamen, Sophia wird sich nicht mehr ändern und bei ihrer Meinung bleiben,
„Jedes Ferkel hat Jeburtstag, da macht man kenne Tamtam drum! De Namenstach jehört jefieert.“,
wurde der Kaffeetisch abgedeckt und kurze Zeit später erschienen zur Freude aller Jakob und Sophia, um den Kohlenpöttlern guten Tag zu sagen und nach einem lauten vergnüglichen Nachmittag, mit dem auch das Geburtstagskind zufrieden war, bewunderten die Großen nach dem Abendessen das erst vor einigen Wochen fertig-gestellte Wohnzimmer und setzten sich in die bequemen Sessel, die durch ihre üppigen Formen zum Verweilen einluden. Die Stimmung wurde immer ausgelassener und nach dem zweiten Schnäpschen und dem dritten Glas Wein fragte Wilma ihre Nichte, ob sie sich denn auch ein Brüderchen wünschte und Hanna sagte,
„Nein, brauche ich nicht, ich habe doch Bernd und Sybille“.
Gabriel grinste, das hatten die Alten nun davon, Hanna so zu überrumpeln. Am Kaffeetisch hatte Lilli Hannas wiederholte Frage, warum ihr Bauch so dick sei kopf-schüttelnd beantwortet,
„Der ist nicht dicker als sonst, vielleicht habe ich etwas zu viel Kuchen gegessen“.
Er versuchte das Kind umzustimmen, erzählte wie schön es für ihn war mit Hardy und Barbara spielen zu können, aber Hanna war nicht bereit seinen Gedanken zu folgen, sie war zufrieden, das einzige Kind zu sein. Aber irgendwann am Abend, als es so schien ihre Gäste hätten gar keinen anderen Gesprächsstoff mehr, gab sie nach und stimmte den Erwachsenen zu und wenn sie geahnt hätte, dass der Fall damit immer noch nicht abgeschlossen sei, hätte sie weiter ihre Position vertreten. Mit ernster Miene und Schalk in den Augen macht Wilma Hanna Elisa darauf aufmerksam,
„Wenn du dir ein Brüderchen wünschst, musst du schleunigst dem Klapperstorch die Nachricht zukommen lassen, sonst sind am Ende alle Kinder vergeben und du gehst leer aus.“
und Sophia fügte hinzu,
„Du weißt, dass der Klapperstorch nur die Sprache der Süßigkeiten versteht! Um ihn in dein Haus zu locken musst du die Geburtstagssüßigkeiten auf die Fensterbank legen. Wenn er Nachts über der Stadt seine Runden dreht, wird er durch die bunten Leckereien auf dein Haus aufmerksam. Er landet, nimmt die Bonbons in den Schnabel und trägt sie seiner Frau in das Storchennest. Nach einiger Zeit kehrt er zurück und trägt als Geschenk für dich ein Brüderchen in seinem langen Schnabel mit dem du dann spielen kannst“.
Hanna blieb vorsichtig. Welche Aufforderung würde als nächstes an sie herangetreten. Sie hatte JA zum Brüderchen gesagt, war aber immer noch davon überzeugt, dass sie keine Veränderung brauchte und die Begründungen, warum Geschwister das höchste Glück der Erde seien, leuchteten ihr auch nicht ein, spielen konnte sie jeden Tag mit den Nachbarkindern. Ihre Fragen, wie der Storch ins Zimmer kommt, dass Brüderchen ins Bettchen legt und warum er nur die Sprache der Süßigkeiten versteht schien niemand ernst zu nehmen und blieben unbeantwortet. Trotzdem verteilte Hanna zögernd unter den aufmerksamen Blicken der Frauen den süßen Kram auf der Fensterbank und hielt beim Betrachten ihres leeren Körbchens inne, voller Überzeugung einen Fehler zu begehen. Erst beim Anblick ihrer glücklichen Mutter verwarf sie den Gedanken, die Bonbons wieder einzusammeln und fügte sich für den Augenblick in ihr Los. An diesem Wochenende räumte Hanna Elisa freudig ihr Zimmer, um Anna und Max ihr Bett zu überlassen und um selber bei Hardy und Lilli unterzuschlüpfen. Sie liebte es im großen Bett ihrer Eltern zu liegen und als Lilli ihr sagte, es ist Zeit schlafen zu gehen ließ sie sich widerstandslos in ihr Nachthemd stecken und hüpfte vergnügt unter die Decke, verabschiedete ihre Mutter mit schläfrigem Murmeln und drehte sich zufrieden hin und her als sie im schummrigen Licht, das von außen das Schlafzimmerfenster beleuchtete zwei üppig blühende von Lilli liebevoll gepflegte Alpenveilchen stehen sah. Schlagartig verflog Hanna Elisas Müdigkeit, hellwach setzte sie sich auf, krabbelte aus dem Bett und ging zur Fensterbank. Das war die Lösung. Geschwind riß sie die Blütenköpfe ab, erwischte ab und zu ein Blatt, das sie ebenfalls in ihr leeres Körbchen legte und als beide Alpenveilchen geplündert waren schlich sie sich in die Küche und tauschte ihre Süßigkeiten gegen Lillis Blumen aus. So war es richtig! Zufrieden legte Hanna sich wieder ins Bett. Einige Zeit später starrten Lilli und Hardy ungläubig auf die abgerissenen Blumenköpfe und wussten nicht, was sie dazu sagen sollten. Als Hanna am nächsten Morgen mit Kopfschmerzen und hohem Fieber aufwachte trat ihre Missetat in den Hintergrund und als der eiligst herbeigerufene Arzt feststellte, sie wäre an Masern erkrankt waren die Eltern nicht überrascht. Frederike und Mechthild hatten erst vor ein paar Tagen ihr Krankenlager verlassen, dass jetzt für Hanna hergerichtet wurde. Bevor Max und Anna sie zu Frau Güttes brachte, stellte sie glücklich fest, dass ihre Überlegungen richtig waren, der Klapperstorch hatte die Blumen in der Nacht geholt. Wenige Stunden später erblickte Till das Licht der Welt. Max und Anna verschoben ihre Abreise, um die Wöchnerin zu versorgen und Hanna Elisa lag bis zum Abklingen der Masern gelangweilt in Mechthilds und Frederikes Kinderzimmer, die beide keine Lust verspürten an ihrem Krankenbett zu sitzen. Als das Fieber nachließ schaffte Hardy Hannas Bett in Lillis Wöchnerinnenzimmer und sie bestaunten zu dritt den kleinen Bruder. Auf der Stelle verliebte Hanna sich ihn den schutzbedürftigen Winzling.

Montag, 6. April 2009

Eislaufen, der Katzen Winterfreude, leider ist das Eis jetzt getaut, aber im Film kann man unsere Sprünge auf dem Eis noch miterleben






Wie schön wäre es gewesen, alle Menschen könnten noch im Hafen von Oberwinter Eislaufen. Aber der Rhein ist viel zu warm. So bleibt uns nur der kleine Teich in unserem Garten. Früher, als Lilli noch ein kleines Mädchen war, konnte man nicht nur im Sommer die Aussicht genießen, zum Rolandsbogen wandern, von dort auf den Rhein und die Inseln Nonnenwert und Grafenwert blicken, zum Siebengebirge mit Petersberg und Drachenfels herüber schauen, mit der Rheinfähre auf die andere Seite übersetzen und den Märchenwald besuchen, oder nach Unkel fahren und Wein trinken, den Frauen dabei in ihre schönen blauen Augen sehen, oder den Rheinhöhenweg entlang spazieren, der noch ein kleiner Trampelpfad war und nichts von seiner späteren Berühmtheit ahnte, nein, man konnte noch im Rhein schwimmen und alle konnten sich auch zu den Winterfreuden am zugefrorenen Wasser treffen. Aber das ist nun vorbei.